Geschichte
Vom Wandervogel zum Ravensberger Wandervogel
Am 4. November 1901 wurde in Steglitz, einem kleinen Städtchen am Rande Berlins, die erste Wandervogelgruppe gegründet.
Hervorgegangen war dieser Zusammenschluss aus einer lockeren Schülergruppe, die unter Führung eines engagierten Studenten angefangen hatte, eigenständige Wanderungen und größere Fahrten zu unternehmen.
Als „wandernde Horde“ wollten die Jungen allen Komfort und die Zwänge des starren Bürgertums hinter sich lassen, nahmen sich die fahrenden Scholaren des Mittelalters zum Vorbild und schufen sich ein Gruppenleben mit ganz eigenem Stil.
Aus der kleinen Ursprungsgruppe erwuchs binnen weniger Jahre eine vielfältige Jugendbewegung im gesamten deutschsprachigen Raum. Der „Wandervogel“ wurde dabei weit mehr als bloß ein „Wanderverein für Schüler“.
„… ihr Leben nach eigener Bestimmung, vor eigener Verantwortung, in innerer Wahrhaftigkeit gestalten.“
Diese freiheitliche Grundhaltung, der Drang zu Lebensreform und individuellem Ausdruck ließ in der Geschichte eine Vielzahl unterschiedlichster Gruppen und Gemeinschaften entstehen.
Die Wiederentdeckung der alten Volkslieder, die Gründung der Jugendherbergen und die Erneuerung des deutschen Schul- und Bildungswesens sind Folgen dieses jugendlichen Aufbruchs.
Als 1905 die ersten Mädchengruppen entstanden, war dies ein Schritt hin zu einer Gleichberechtigung der Geschlechter.
In den Fünfziger Jahren leisteten deutsche Jugendgruppen mit ihren Auslandsfahrten einen wichtigen Beitrag zur Völkerverständigung und Aussöhnung.
Auf dieser Grundlage entstand erstmals 2004 der „Ravensberger Wandervogel“. Auch wir legen Wert auf unsere Eigenständigkeit und Unabhängigkeit.
In unserer heutigen Form verfolgen wir die Idee eines Lebensbundes, in dem alle Menschen ihren Platz finden können, die sich der Idee des Wandervogels verbunden fühlen.
Unser Wahlspruch lautet: „Es gibt nichts Gutes. Außer man tut es.“ — Erich Kästner